Der Kulturpalast, Stalins Geschenk an Polens Haupstadt, und eines der Wahrzeichen der Stadt umringt von den glasernen Neubauten.
Anahit aus Armenien und Nicole am "Eingang" zur Altstadt. Rechts ist rot der konigliche Palast zu erkennen.
Wir bekommen die wichtigsten Tanzschritte fur eine Polonese beigebracht. Unser Team wird spater mit einer grandiosen Performance gewinnen.Hallo ihr Lieben,
hier hat sich eine ganze Weile nichts verandert, aber dem werde ich nun Abhilfe verschaffen:
Dokąd Julia jedzie? Julia jedzie do stolicy. Do stolicy? Tak, jadę do Warszawy.
Na? Genau! Wohin fahrt Julia? Sie fahrt in die Hauptstadt. In die Haupstadt? Ja, ich fahre nach Warszawa.
Es ist der 10. November 2006
Mein Stundenplan andert sich zwar immer noch jede Woche ein wenig, jedoch kann ich jetzt mit grosser Sicherheit sagen, dass ich an Freitagen nicht arbeiten muss und mit einiger Sicherheit auch nicht an Donnerstagen. Also nutze ich die freie Zeit um mich Freitag Vormittag auf nach Warszawa (sprich: Warschawa) zu begeben. Das AIESEC Lokalkommitee (LC) von Warszawa hat eingeladen. Im engen Minibus braucht man 2 1/2h bis in die Hauptstadt und ich schlendere ein wenig in der Nahe des Hauptbahnhofes herum: fast alles neu Glasbauten. Und dazwischen Stalins Geschenk an Polen: der Kulturpalast. Ein monstroser Pfahl in den Himmel, der von allen Himmelsrichtungen aus immer sichtbar bleibt, wenn man sich in der Stadt bewegt.
Wir werden bei waschechten Warschauern aus dem LC untergebracht und ruhrend versorgt. Die folgenden Tage werden wir mit einem straffen Programm durch Warzsawa gefuhrt. Ich wohne zusammen mit Anahit aus Armenien, Taras aus der Ukraine, Alexander aus Serbien und Predrag aus Mazedonien. Alle vier leben zur Zeit in Gdansk. Naja viel Zeit zum Schlafen und uberhaupt in der Wohnung bleibt uns nach dem abendlichen Feiern und Tanzen nicht ubrig.
Ausserdem mit uns unterwegs sind Kevin (und Nicole naturlich) aus Kanada, Ana aus Mazedonien, Daniel und Andreas aus Deutschland, Evgeny, Maria und Anastasia aus Russland, Fory, Carol, Wing Na, Jess Tai und Stella aus China, Monika und Mihaela aus Rumanien, Alely aus Mexiko, Eva aus Schweden und Herni aus Malaysia. Wir ihr seht ein bunter Haufen, mit dem es alleine schon aufregend und spannend ist sich zwei Tage am Stuck zu unterhalten, aber nun kommen naturlich noch Waszawas schonste Seiten hinzu.
Im koniglichen Łazienkowski Park (Ł sprich wou) hatten wir einige Aufgaben zu erledigen. Wir sollen uns von Polen im Park einen typischen polnischen Tanz, ein Lied, ein Gedicht beibringen lassen oder die polnische Nationalmannschaft anfeuern konnen.
Und sich ubergeben heisst auf Polnisch blumig ausgedruckt: den Pfau (genau den Vogel) freilassen. Von der Pracht des Garten der koniglichen Sommerresidenz war auf Grund der eisigen Temperaturen nicht mehr so viel zu sehen, aber die vielen Pavillons und das Amphietheater sind auch im Herbst einen Blick wert.
Dann ging es zum Aufwarmen in das Haus der Geschichte. Dort ist in vier Sprachen die neuere Geschichte Polens festgehalten. Vor allem die vielen Fotografien, Propagandaplakate und Briefe, Zeugenaussagen und Reden beruhmter Zeitgenossen oder der einfachen Bevolkerung sind sehr beeindruckend und lassen das Geschehene ganz schon lebendig werden.
Nach einer Verpflegungspause geht es weiter in das Widerstand oder besser Aufstand Museum von Warszawa. Beide Museen sind nagel neu und gut gestaltet, allerdings war unsere englische Fuhrung nicht gerade der Hit. Die Frau hat ihren Text wie ein Maschinen gewehr heruntergebetet.
Dann versuchten wir mit 25 Personen in einer Wohnheimkuche polnisch zu kochen. Polnische Perogis (Teigtaschen) wurden mit asiatischer Falttechnig verziehrt und es ist trotz durftiger Werkzeuge ein Mahl geworden. Auf dem Gang vor der Kuche mussten wir uns dann eilen etwas in den Bauch zu bekommen, denn unsere Freikarten fur die Disko waren sonst verfallen. Es ist der 11. November: Polens Unabhangigkeitstag und der wird von den Polen auch in rot, weiss gefeiert.
Am Sonntag erkunden wir die Altstadt. Nunja, nach dem 2. Weltkrieg haben die Deutschen nur 20% stehengelassen, also was man sieht ist komplett neu wiederaufgebaut wurden. Wer das nicht weiss, kann es auch nicht sehen. Selbst der Konigspalast ist mit jedemenge Gold wieder ausgestattet worden. Am Abend geht es noch in den 30. Stock des Kulturpalastes, um von Warszawa bei Nacht Abschied zu nehmen.
Warszawa ist also bei weitem besser als sein Ruf und auf jeden Fall noch mal ein Wochenende wert und nun haben wir auch in so einigen Stadten in Polen verteilt Unterkunftsmoglichkeiten.
Liebe Grusse von eurer Jule








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